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Mutterschaftsgeld beantragen 2026: Höhe, Dauer & Antrag

Mutterschaftsgeld 2026 beantragen: 13 €/Tag von der Krankenkasse, Arbeitgeberzuschuss, Mutterschutz-Fristen und Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Von Amtly Redaktion · veröffentlicht am 12. April 2026

Mutterschaftsgeld beantragen 2026: Höhe, Dauer & Antrag

Kurz gesagt: Mutterschaftsgeld gleicht den Verdienstausfall während der Mutterschutzfrist (14 Wochen, bei Früh-/Mehrlingsgeburten 18) aus. Gesetzlich Versicherte bekommen bis 13 € pro Kalendertag von der Krankenkasse, plus Arbeitgeberzuschuss bis zum vollen Netto. Der Antrag läuft über die Krankenkasse und den Arbeitgeber.

Infografik Mutterschaftsgeld: bis 13 € — pro Kalendertag + AG-Zuschuss. 14 Wochen Schutzfrist, Krankenkasse, Arbeitgeberzuschuss.

Inhalt

  1. Was ist Mutterschaftsgeld?
  2. Wer hat Anspruch?
  3. Höhe & Arbeitgeberzuschuss
  4. Mutterschutzfristen 2026
  5. Antrag Schritt für Schritt
  6. Mutterschaftsgeld + Elterngeld
  7. FAQ

1. Was ist Mutterschaftsgeld?

Das Mutterschaftsgeld ist eine Geldleistung, die Frauen während der gesetzlichen Mutterschutzfrist ihren Lebensunterhalt sichert. Es besteht aus zwei Bausteinen:

  1. Mutterschaftsgeld der Krankenkasse — bis zu 13 € pro Kalendertag
  2. Arbeitgeberzuschuss — Differenz zum durchschnittlichen Netto der letzten 3 Monate

Zusammen erreichst du praktisch dein volles Netto-Einkommen.

2. Wer hat Anspruch?

Gesetzlich krankenversichert und angestellt

  • Mutterschaftsgeld der Krankenkasse (bis 13 €/Tag)
  • + Arbeitgeberzuschuss

Privat versichert oder Familienversichert

  • Kein Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse
  • Stattdessen einmalige 210 € vom Bundesamt für Soziale Sicherung
  • + Arbeitgeberzuschuss vom Arbeitgeber (wenn angestellt)

Selbstständige

  • Mit Krankentagegeldversicherung: je nach Vertrag
  • Ohne Versicherung: kein Mutterschaftsgeld

Arbeitslos (ALG I / Bürgergeld)

  • ALG I: Krankenkasse zahlt Mutterschaftsgeld in Höhe des ALG I.
  • Bürgergeld: keine zusätzliche Zahlung, aber Mehrbedarf Schwangerschaft.

3. Höhe des Mutterschaftsgelds

Beispiel: Netto 2.400 € / Monat = 80 € / Kalendertag Krankenkasse 13 € / Tag Arbeitgeberzuschuss 67 € / Tag → bis zum vollen Netto = Gesamt: 80 € / Tag (≈ 2.400 € / Monat) → für 14 Wochen Mutterschutzfrist: ≈ 7.840 €
KomponenteHöheWer zahlt
Mutterschaftsgeldmax. 13 € / KalendertagKrankenkasse
ArbeitgeberzuschussDifferenz zum NettolohnArbeitgeber
Einmalzahlung bei PKV / Familie210 € (einmalig)BAS (Bund)

4. Mutterschutzfristen 2026

SituationVor GeburtNach GeburtGesamt
Regulär6 Wochen8 Wochen14 Wochen
Früh-/Mehrlingsgeburt6 Wochen12 Wochen18 Wochen
Kind mit Behinderung (auf Antrag)6 Wochen12 Wochen18 Wochen

Wichtig: Innerhalb der Schutzfristen darfst du nicht arbeiten (außer auf eigenen ausdrücklichen Wunsch vor der Entbindung).

5. Antrag stellen — Schritt für Schritt

  1. Bescheinigung der Hebamme / des Frauenarztes über den voraussichtlichen Entbindungstermin besorgen. Sie wird frühestens 7 Wochen vor dem errechneten Termin ausgestellt.
  2. Bescheinigung an die Krankenkasse senden — meistens formlos oder mit Online-Formular.
  3. Arbeitgeber informieren — Mutterschutz beginnt automatisch 6 Wochen vor ET.
  4. Krankenkasse zahlt das Mutterschaftsgeld direkt auf dein Konto (meist monatlich).
  5. Arbeitgeber zahlt den Zuschuss zusammen mit dem regulären Lohnlauf.
  6. Nach der Geburt: Geburtsurkunde an die Krankenkasse senden — die Zahlungen laufen bis zum Ende der Schutzfrist.

6. Mutterschaftsgeld + Elterngeld — wichtige Wechselwirkung

  • Die Wochen mit Mutterschaftsgeld werden auf die Basiselterngeld-Monate angerechnet.
  • In der Praxis heißt das: die ersten 2 Elterngeld-Monate sind "verbraucht", wenn du 8 Wochen Mutterschutz nach Geburt hattest.
  • Der Arbeitgeberzuschuss zählt als Einkommen und wird auf Elterngeld angerechnet.

Tipp: Bei der Berechnung des Elterngelds werden die Mutterschutzmonate nicht als Verdienst-Monate gewertet — also rutschen sie aus der Bemessungsgrundlage raus. Das ist meist gut für dich.

FAQ

Wann soll ich Mutterschaftsgeld beantragen? Sobald du die Bescheinigung des Arztes hast (7 Wochen vor ET). Je früher, desto reibungsloser die Auszahlung.

Was ist mit Selbstständigen? Nur wenn du eine Krankentagegeldversicherung mit Mutterschaftsleistung hast, zahlt dein Versicherer. Ansonsten kein Mutterschaftsgeld — aber dafür kein Beschäftigungsverbot und weiter arbeiten möglich.

Muss ich Mutterschaftsgeld versteuern? Nein. Aber es unterliegt dem Progressionsvorbehalt — kann also deinen Steuersatz auf übriges Einkommen erhöhen.

Kann ich nach dem Mutterschutz direkt in die Elternzeit? Ja. Die Elternzeit musst du dem Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vor Beginn schriftlich mitteilen.

Kann ich im Mutterschutz gekündigt werden? Nein. Es gilt absoluter Kündigungsschutz von Beginn der Schwangerschaft bis 4 Monate nach der Entbindung.


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Zuletzt aktualisiert am 12. April 2026.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Wir recherchieren sorgfältig, aber Behördenregeln können sich ändern — im Zweifel die zuständige Stelle fragen.